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Etwa um 1780 wurde das Waldhaus errichtet. Es diente als Gästehaus für das Schloß Wilhelmsthal und ist im Biedermeierstil errichtet. Sowohl auf der West- wie auch auf der Ostseite befinden sich ein Treppenhaus. Ebenfalls typisch Biedermeier befinden sich im ersten Stock symmetrisch zwei Salons in der westlichen und östlichen Gebäudeecke. Alle anderen Gästezimmer auf dieser Etage teilen sich in ein großes, quadratisches "Wohnzimmer" und ein rechteckiges ca 1,90m x 3,80m "Schlafzimmer". Die Räume wurden vom Flur aus beheizt. Das Erdgeschoß wurde zum Unterstellen der Pferde und Kutschen genutzt. Es beherbergte auch den Pferdeknecht, der ein vom Stall abgetrenntes Zimmer bewohnte. In das Haus war ein Weinkeller und ein Brunnen und ein Backofen eingebaut. Ebenfalls für die Zeit sehr luxuriös war ein innen liegendes, an der Ostseite des Hauses installiertes Klo. |
![]() historische Aufnahme des Schlosses und des Parks Wilhelmsthal. Ganz links das Waldhaus |
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Das Waldhaus wurde in den Jahren 1903 bis 1906 im wesentlichen umgebaut. Die zweite Toröffnung der Durchfahrt im Erdgeschoß wurde verschlossen, der Stall in Räume unterteilt. Die Treppenhäuser wurden durch große Türen zum Dachgeschoß und zum Treppenhaus hin geschlossen. Die Nutzung als Büros und Wohnungen für die Verwaltung des Forstes und des Schlosses wurde auch nach dem Verkauf des Schlosses an das Finanzministerium im Jahre 1941 beibehalten. Die baulichen Gegebenheiten machten das Waldhaus geeignet für ein Lazarett, das während des Krieges eingerichtet wurde. Hinzu kam im Erdgeschoß eine Schenke. Nach der Beschlagnahmung durch die Truppen der Sowjetischen Armee wurde es als Heerlager, später als Flüchtlingslager verwendet. Schon während des Krieges wurden Notwohnungen im Erdgeschoss installiert, von Zwangsarbeitern (Franzosen, was aus der Mauertechnik zu ersehen war) ein Doppelkeller eingefügt. |
![]() Stich des Wilhelmsthaler Schlosses um 1800 Blick über den Wilhelmsthaler See bis zum Waldhaus |
| Nach dem Krieg wurde das Waldhaus zum Wohnhaus. Förster, Lehrer und Handwerker wohnten hier. Eine Verkaufstelle der Konsumgenossenschaft löste die Kneipe ab. Teilweise wurden die Räume im Erdgeschoß als Berufsschule für Köche genutzt. Auch eine zentrale Waschmöglichkeit für die Wäsche bestand für die Bewohner Wilhelmsthals im Haus. | ![]() Brautleute vor dem Waldhaus um 1950 |
| In der Zeit nach der Wende wurde das Waldhaus geräumt und für den Abriß vorgesehen. Das Schloß hat bis heute noch keinen neuen Besitzer. |
![]() Bewohner am Fenster der Westseite um 1960 |
| Heute ist das Waldhaus in seinem Bestand gesichert. Für die Gestaltung der Fassade wurde der Denkmalpreis des Kreises verliehen. |
Zimmer im Waldhaus nach der Renovierung |